Aus
der Sicht des Marketings lassen sich die wesentlichen Erkenntnisse
dieser Studie so zusammenfassen:
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Wachstumsimpulse von der Geldseite her sind angesichts der Aussichten
auf stagnierende bis schrumpfende Kaufkraft kaum mehr zu erwarten.
Es gibt allerdings Ausnahmen: Die Zahl der Reichen wächst, die
geistige Elite, die durch SensoNet repräsentiert wird, erwartet
für sich ebenfalls noch eine zunehmende Kaukraft.
- Tiefe
Preise werden dadurch verstärkt zum Thema. Reine Tiefstpreis-Strategien
allerdings sind nur in Einzelfällen Erfolg versprechend. Würden
sich alle Anbieter darauf stürzen, wären die Märkte
in kurzer Zeit ruiniert.
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Als
Alternative empfehlen sich Mehrwert-Strategien aller Art. Diese bauen
darauf, dass eine wachsende Zahl von Konsumentinnen und Konsumentinnen
nach der Devise "weniger, dafür besser konsumieren"
leben und auch bereit sein wird, für bessere Qualität einen
Aufpreis zu bezahlen.
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Mehrwert-Strategien,
die primär auf Marketing und Banding setzen, taugen nichts, denn
auch das beste Marketing kann ein schlechtes Produkt höchstens
kurzfristig verkaufen. Im Zentrum jeder Mehrwert-Strategie hat deshalb
die Qualität von Produkt und/oder Dienstleistung zu stehen.
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Weil
immer die Konsumenten entscheiden, was ihnen wieviel wert ist, lohnt
sich eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Werte-Wandel. Dabei
zeigt es sich, dass es darin tatsächlich eine Tiefenströmung
gibt, einen Schlüsseltrend: von Geld zu Geist.
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Diesen
Schlüsseltrend bezeichnen wir als MINDNESS. Dieser Trend existiert,
wenn auch noch nicht ausgeprägt, und er wird sich verstärken.
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MINDNESS
heisst, schöner und produktiver denken lernen. Dazu gehören
der Verzicht auf jegliche eingeengte Art des Denkens und auf eine
pessimistische Grundhaltung. MINDNESS heisst dagegen, die Kunst des
richtigen Fragens zu pflegen und dabei Lebenssinn und Lebensqualität
miteinzubeziehen, bedeutet eine optimistische Grundhaltung sowie die
Pflege von Humor und Lachen,und meint schliesslich auch lebenslanges,
aber individuell angepasstes Lernen.
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Die
Pflege geistiger Werte beinhaltet Kulturaustausch, die Pflege von
Kunst und Kutur generell, soziale und emotionale Kompetenzen, philosophisches
Denken, Naturerlebnisse, Körpererfahrung, bessere Schulen, Wissenschaftsförderung,
also alles heisse Themen mit Zukunft.
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Alle
geistigen Werte mit Zukunft verdichten sich in einem zentralen Leitwert:
Lebensqualität. Die eigene Lebensqualität wird für
immer mehr Menschen zum entscheidenden Massstab bei allen Entscheidungen
des Lebens. Inklusive Konsum.
Halten
wir fest: Über den Erfolg von Mehrwert-Strategien im Marketing
entscheiden die Werte der Konsumentinnen und Konsumenten. Und diese
Werte verschieben sich langsam aber sicher weg von den materiellen
hin zu den immateriellen Werten, von Quantität zu Qualität,
speziell Lebensqualität. Kurzum: von Geld zu Geist.
Das
wiederum bedeutet: Mehrwert-Strategien im Marketing erfordern auf
jeden Fall konsequente Schritte in Richtung eines eigentlichen Werte-Marketings,
in dessen Zentrum die Werte der tatsächlichen und potenziellen
Kunden stehen. Dass ein solches Werte-Marketing Zukunft hat, habe
ich in meiner Kompaktstudie "Unterwegs zum Werte-Marketing?"
gezeigt.
Dort
wird u.a. auf eine SensoNet-Studie über Lebensqualität verwiesen
("Lebensqualitäts-Märkte - Wege aus der Sättigungsfalle".
Demnach wird die Frage, ob ein bestimmer Konsumakt die eigene Lebensqualität
verbessere oder verschlechtere, immer mehr zum alles entscheidenden
Kriterium bei Konsumentscheidungen.
Die
Konsumerwartungen, die aus dieser Grundhaltung entstehen, kennen wir
ebenfalls. Zu ihnen gehört explizit die Erwartung, dass beim
Konsum die Werte der Kunden zählen und nicht nur ihr Geld. Die
Kunden wollen als Menschen wahr- und ernstgenommen, sprich respektiert
werden, und zum Menschen gehören nun mal ganz zentral dessen
Werte.
Neben
Respekt gehören zu den Grundwerten, welche die Konsumentinnen
und Konsumenten der Zukunft verstärkt realisiert haben wollen,
auch Qualität und Verlässlichkeit. Bedient das Marketing
diese Grundwerte, entsteht der wertvollste Wert einer Kundenbeziehung:
Vertrauen.
Kein
Werte-Marketing im Rahmen einer Mehrwert-Strategie ist erfolgreich
denkbar, ohne diese Grundwerte Respekt, Qualität, Verlässlichkeit
und Vertrauen zu bedienen. Es handelt sich dabei um eine notwendige,
aber nicht hineichende Voraussetzung für erfolgreiches Werte-Marketing.
Um zu bestehen, muss man das liefern, gross profilieren kann man sich
damit allerdings nicht.
Dafür
muss ein Angebot schon zusätzliche Werte der Kundinnen und Kunden
bedienen. Dieses "Bedienen von Werten" erfolgt nach zwei
Prinzipien:
Diese
Grundsätze decken sich übrigens mit jener Erkenntnis im
Zusammenhang mit Mehrwert-Strategien, auf welche die Avantgarde
des Marketings selber gekommen ist: Inhalt geht vor Verpackung.
Überhaupt
hat die vorliegende Studie gezeigt, dass es innerhalb des Marketings
sehr wohl eine Avantgarde gibt, die sensibel und offen ist für
die Grundströmungen des Werte-Wandels, die von Geld zu Geist
führt. Von Nuancen abgesehen deckt sich die Sicht des Marketings
auf diesen Trend mit der Sicht des Marktes. In beiden Feldern gibt
es eine geistige Elite, welchen diesen Trend nicht nur wahrnimmt,
sondern selber verkörpert und lebt.
Diese
Korrespondenz zwischen den beiden Avantgarden ist die beste Voraussetzung
dafür, dass im Marketing die Chancen genutzt werden, welche
der MINDNESS-Trend eröffnet. Die Avantgarde des Marketings
kann sich in die Köpfe der Avantgarde des Marktes hineinversetzen,
weil sie in den eigenen Köpfen ähnliche Fliessmuster vorfindet.
Sie wird deshalb keine Mühe haben, für jene wachsenden
Teil der Märkte, die mehr und mehr Wert auf geistige Werte
legen, die richtigen Angebote zu entwickeln und die richtige Ansprache
zu finden.
Patentrezepte
gibt es dafür selbstverständlich nicht, geistige Werte
verlangen geradezu nach Differenzierung und Individualisierung.
Doch wenn sich die Avantgarde des Marketings einfach mal fragt,
was sie selber gerne hätte, wenn sie in die Rolle des Kunden
schlüpfen würde, kann sie schon auf Ideen kommen: Warum
nicht mal weniger in die materielle Verpackung investieren und dafür
mehr in die immaterielle, also in Information und Wissen rund um
das Angebot? Warum nicht mal mit guten Sprüchen zur Lebens-Kunst
werben statt mit nackter Haut? Warum nicht mal ein Philosophischs
Cafˇ sponsern statt einer Sportveranstaltung?
Es
braucht keinerlei besondere geistige Fähigkeiten, um die Grundzüge
eines Werte-Marketings zu erkennen, dass als Mehrwert-Strategie
auf den MINDNESS-Trend setzt:
- Der Werte-Wandel bei
den Konsumentinnen und Konsumenten verändert das, was den
Menschen etwas wert ist, und damit auch ihr Konsumverhalten.
- MINDNESS, die Verschiebung
von materiellen zu immateriellen Werten, von Quantität zu
Qualität, von Geld zu Geist, ist der Schlüsseltrend
dieses Werte-Wandels.
- Im interessanten, weil
kaufkräftigen und meinungsbildenden Marktsegment der geistigen
Elite spielen geistige Werte bereits heute eine Hauptrolle. Erfolg
durch Werte-Kongurenz und Werte-Support haben Marken und Firmen,
die voll auf solche geistigen Werte setzen, deshalb schon jetzt.
- Die Märkte als
ganze werden den Trend von Geld zu Geist langsam aber stetig nachvollziehen.
Wer
den Schlüsseltrend des Werte-Wandels begriffen hat, kann schon
heute damit beginnen, die in Punkt 3 genannten Potenziale zu nutzen.
Die anderen haben noch etwas Zeit, bis sich Punkt 4 realisiert.
In der Zwischenzeit können sie sich mit einer Erkenntnis aus
der Studie trösten: Intelligenz ist machbar. Auch Marketing-Intelligenz.