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VON GELD ZU GEIST

MINDNESS: Der neue Trend zum Geist

Im "Trend-Report 2005" des Zukunftsinstitus ruft der wohl bekannteste deutsche Zukunftsforscher, Matthias Horx, einen neuen Trend aus: MINDNESS. Die Wellness-Welle erreicht den Geist.

Im Kurztext geht dieser Trend so:

Am Anfang war WELNESS. Wir fühlten uns gestresst und wollten uns etwas gönnen, um unseren Körper und unsere Seele zu entspannen. Dann kam SELFNESS: die Suche nach dem authentischen, dem selbstkompetenten ICH. Doch Körper und Seele können nicht im Gleichgewicht sein, wenn der GEIST nicht ebenfalls seine Balance erringt. Deshalb steht in den nächsten Jahren eine starke Auseinandersetzung mit dem BEWUSSTSEIN bevor. MINDNESS heisst: SCHÖNER UND PRODUKTIVER DENKEN LERNEN!

Der MINDNESS-Trend wäre demnach einfach eine andere Bezeichnung für unseren Schlüsseltrend von Geld zu Geist. Wenn wir nach MINDNESS fragen, gewinnen wir also einen weiteren Blick auf unseren Schlüsseltrend. Und erfahren etwas mehr darüber, was die Inhalte des Trends zum Geist sein könnten.

Zum MINDNESS-Trend siehe auch meinen Artikel "Spiritus ante portas?".


Der MINDNESS-Trend: Schwache Signale

Ist der MINDNESS-Trend ein reines Phantom in den Köpfen einiger abgehobener Zukunftsforscher? Oder nehmen ihn andere auch wahr? Wir haben SensoNet und MARKETING MORGEN die oben zitierte Bescheibung des Trends vorgelegt und dann nach dessen Wahrnehmung gefragt:

Um ein Phantom handelt es sich offensichtlich nicht, in beiden Gruppen leugnet jeweils nur eine kleine Minderheit seine Existenz vollständig.

Umgekehrt sind es auch nur Minderheiten, die dem Trend bereits eine spürbare oder gar sehr starke Existenz zubilligen. Bei SensoNet immerhin ist das doch fast jede(r) Dritte.

Die grösste Gruppe aber bilden jene, die sagen, der Trend sei da, aber erst in Ansätzen. Er sendet also erst schwache Signale. Doch genau die sind es, welche die grössten Chancen eröffnen, eben weil sie nicht von jedermann gehört werden können oder wollen.

Einen Trend, der schwache Signale aussendet, sehen sowohl Markt als auch Marketing, wobei ersterer dem Marketing wieder mal einen kleinen Schritt voraus ist. Was nichts daran ändert: MINDNESS kommt, langsam, aber unaufhaltsam.


Besser denken heisst Denkfehler vermeiden

Horx beschreibt in der erwähnten Trendstudie ausführlich, worauf es inhaltlich beim Trend zum Geist ankommt. Zunächst geht es darum, bestimmte Denkfehler im Sinne von mentalen Grundmustern möglichst weitgehend zum Verschwinden zu bringen. Wir wollten wissen, wie die beiden Avantgarden von Markt und Marketing die Dringlichkeit dieser Operation empfinden, abgestuft nach den einzelnen von Horx aufgezählten Denkfehlern:

Es gibt demnach vier grundsätzliche Denkfehler, die in den Augen beider Avantgarden unbedingt eliminiert werden sollten, nämlich die drei Punkte "eindimensionales", "Schwarz-Weiss" und "ideologisches" Denken. Überall geht es dabei um ein zu eingeengtes, zu wenig offenes Denken. Diese zu eng gezogenen Grenzen unseres Denkens erscheinen also als die Haupthindernisse bei der vollen Entfaltung unserer Denkpotenziale.

Dazu gehört auch eine "pessimistische Grundhaltung". Dass ein Denken, das immer vom schlechtesten Fall ausgeht, nicht sehr produktiv ist, scheint sich herumgesprochen zu haben.

Weniger schlimm erscheint beiden Gruppen das "nostalgische Vergangenheitsdenken", vor allem aber der "Romantizismus". Wenigstens im deutschsprachigen Raum gehen auch die Eliten nicht von einem rein rationalen Denkmodell aus, sie wollen auch der Gefühlsseite im Denken Raum geben.


Denk-Alternativen am Horizont

Denkfehler zu vermeiden, wird nicht genügen, es geht auch darum, Denk-Alternativen zu entwickeln und zu fördern. Auch davon haben SensoNet und MARKETING MORGEN klare Vorstellungen, wie die Antworten auf eine entsprechende Frage zeigen:

Wieder sind sich beide Gruppen weitgehend einig, und wieder werden mehrere Denk-Alternativen als gleich, das heisst "sehr wichtig", eingestuft.

Zwei dieser Denk-Alternativen betreffen Inhalte des Denkens: Kluge Fragen, vor allem jene nach Lebenssinn und Lebensqualität.

Zwei weitere Denk-Alternativen, die unbedingt gefördert werden sollen, betreffen gleichsam die mentale Grundausstattung: Optimismus, Lachen und Humor.

Dazu kommt als Fünftes der Gedanke des stetigen Lernens, allerdings individuell angepasst. Einzig die "Intelligenzsteigerung" erscheint dagegen etwas weniger wichtig.

Eines steht fest: Sollte dieses Programm jemals umgesetzt werden, bedeutete dies eine veritable Revolution in unserem Denken. Wie die Antworten der beiden Avantgarden zeigen, ist es genau das, worum es geht.


SO KOMMEN SIE ZU DEN EINZELNEN KAPITELN DER STUDIE:

Einführung: Fliessmuster im Werte-Wandel

Kaufkraft: Die fetten Jahre sind vorbei 

Preise: Wie geil ist Geiz wirklich?

Mehrwert: Marketing-Strategie mit Zukunft  

Spannungsfeld: Zwischen Geld und Geist  

MINDNESS: Der neue Trend zum Geist  

Potenziale: Intelligenz ist machbar  

Massstab: Unterwegs zum Lebensqualitäts-Index  

Konsequenzen: MINDNESS als Mehrwert-Strategie im Marketing


Die Studie VON GELD ZU GEIST basiert auf einer parallelen Befragung von SensoNet (TeilnehmerInnenzahl = 115) und MARKETNG MORGEN (TeilnehmerInnenzahl = 54) im Juni/Juli 2005.