Wie
entwickelt sich Lebensqualität langfristig ?
Gibt
es über die Generationen hinweg gesehen einen Fortschritt in
den Lebensverhältnissen, spürbar an einer verbesserten
Lebensqualität jeder nächsten Generation ? Und falls ja,
geht das immer so weiter ? Wir haben die entsprechende Einschätzung
von SensoNet im Laufe der Jahre drei mal messen können:
(Frage: Wenn Sie für
Ihre heutige Lebensqualität einen Index von 100 nehmen, wie
würde Ihre Schätzung des Lebensqualitäts-Index aussehen
für die anderen Generationen ?)

Für
Leute, die gerne von den guten alten Zeiten schwärmen, die
ohnehin besser waren als die heutigen, enthalten diese Daten eine
Hiobsbotschaft. Für alle anderen, welche wir die Segnungen
der Gegenwart schätzen, bringen sie eine Bestätigung:
Die Lebensqualität hat sich im Verlaufe von drei Generationen
markant verbessert. Ein steiler Anstieg ist in allen drei Kurven,
also zu allen drei Erhebungszeitpunkten (1996, 200 und 2005), nicht
zu übersehen.
Allerdings
fällt im Vergleich auf, dass die Kurven von 1996 und 2005 recht
nahe beieinander verlaufen, während jene von 2000 eher als
Ausreisser wirkt. Frappant wird dieser Unterschied, wenn wir nach
der Zukunft fragen:
-
Im Jahre
1996 war sich SensoNet sicher, in der besten aller Welten zu leben;
einer goldenen Generation anzugehören, nach der es nur noch
eher steil bergab gehen könne.
-
Im Jahr
2000 sah man sich nicht nur noch viel ausgeprägter als die
Generation mit einer weitaus besseren Lebensqualität als die
bisherigen, sondern man erwartete für die nächsten Generationen
sogar einen weiteren moderaten Anstieg.
-
Im Jahr
2005 schliesslich war die Zukunftsstimmung wieder gekippt. Für
die Generation der eigenen Kinder sah man jetzt wieder einen Verlust
an Lebensqualität voraus. Einen Unterschied zu 1996 gibt es
aber: Danach, also bei den Enkeln, soll es nach der aktuellen Prognose
wieder leicht aufwärts gehen.
Diese
unterschiedlichen Einschätzungen sind eine wunderbare Spiegelung
des Zeitgeistes. Als die Werte von 2000 erhoben wurden, ahnte noch
niemand das unmittelbar bevorstehende Ende von New Economy und Börsenblase.
Und schon gar nicht den 9. September 2001. Kein Wunder also, dass
jene Zahlen noch leicht euphorische Züge tragen. Die aktuellen
Werte entsprechen zusammen mit jenen von 1996 also eher der stabilen
Grundstimmung, jene von 2000 müssen als Ausdruck einer Ausnahmesituation
verstanden werden. Immerhin hat sich diese Grundstimmung im letzten
Jahrzehnt etwas aufgehellt, zumindest, was die längerfristigen
Aussichten für Lebensqualität betrifft.
Der
Leitwert Lebensqualität öffnet also zwei unterschiedliche
Erwartungs-Horizonte:
-
Für
sich persönlich erwartet man eine weitere Steigerung der Lebensqualität.
-
Für
die nachfolgenden Generationen dagegen wird eine Lebensqualität
erwartet, die moderat schlechter ist als die jetzige, auch wenn
nicht erwartet wird, dass sie auf das Niveau der vorherigen Generationen
zurücksinkt.
Es
scheint der jetzigen Generation also zu dämmern, dass sie eine
privilegierte ist. Abzuwarten bleibt, wie weit sich diese Einsicht
in eine erhöhte Verantwortung für die Sicherung der Lebensqualität
der nächsten Generationen umsetzt.