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Nachhaltige Nachhaltigkeit?

Was spricht für und gegen einen nachhaltigen Lebensstil?

Bild: Andreas Giger, Oktober 2007, Berlin

5. Was spricht für und gegen einen nachhaltigen Lebensstil?

Die Frage, was für und gegen einen nachhaltigen Lebensstil spricht, wurde bewusst getrennt gestellt, nämlich einmal nach den persönlichen Motiven der Befragten, und zum zweiten nach den vermuteten Motiven bei "den Menschen in unseren Breitengraden". Dabei zeigen sich einmal mehr interessante Abweichungen.

So wird das Pro-Motiv "Sorge" – um das eigene Wohlbefinden und/oder um jenes der Kinder und Kindeskinder – bei den anderen deutlich häufiger vermutet als bei sich selbst festgestellt. Diese Sorge, so wird vermutet, ist bei den anderen das wichtigste Motiv für einen nachhaltigen Lebensstil.

Im eigenen Selbstbild dagegen dominieren andere Motive, nämlich ein generelles Verantwortungsgefühl bzw. die eigenen Werte Beide Motive werden auch bei den anderen vermutet, nur eben deutlich schwächer.

Rationale Überlegungen bzw. religiöse oder spirituelle Überzeugungen spielen bei den anderen wie bei sich selbst auch eine Rolle, aber eine weniger ausgeprägte. Und die Angst vor gesellschaftlicher Ächtung ist zwar auch bei den anderen kein wichtiges Motiv, aber jedenfalls sehr viel ausgeprägter als bei einem selbst...

Was die anderen betrifft, ist SensoNet also skeptischer. Kein Wunder, erfährt die Meinung, nur eine Katastrophe bringe den Wandel, eine mehrheitliche Zustimmung:


Bei den Motiven gegen einen nachhaltigen Lebensstil sind die Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdbild noch viel ausgeprägter. Ob "zu hohe Kosten", "Bequemlichkeit", "das Gefühl, eh nichts tun zu können" und daraus folgende "Lähmungsgefühle", ob "fehlendes Interesse", "fehlendes Wissen" oder gar "Informationsüberflutung": Überall vermutet man bei den anderen diese Anti-Motive sehr viel ausgeprägter als bei sich selbst.

Nur gerade das "Argument" Bequemlichkeit liegt bei der Selbsteinschätzung leicht im zustimmenden Bereich. Sonst sieht man bei sich selbst nichts, was wirklich gegen Nachhaltigkeit spräche.

Bei der Gesamtbeurteilung der Hindernisse gegen einen nachhaltigen Lebensstil spielen "Bequemlichkeit" bzw. "Trägheit" eine entscheidende Rolle.

Ebenso wichtig ist offenbar das offenbar noch fehlende Bewusstsein für Notwendigkeit und Sinn eines nachhaltigen Lebensstils, was sich sowohl in mangelndem Interesse also auch in lückenhaftem Wissen ausdrückt. Hier gibt es also eindeutige Optimierungs-Potenziale, und zwar nicht bei der Bewusstseins-Elite, deren Sprachrohr SensoNet ist, sondern bei der breiten Bevölkerung.

Das stärkste Hindernis gegen einen nachhaltigen Lebensstil aber bildet laut SensoNet das "kurzfristige Denken in Politik und Wirtschaft". Mit anderen Worten: Bevor die Qualitätsdimension von Nachhaltigkeit (nachhaltig = sorgsam) realisiert werden kann, muss sich tatsächlich erst einmal deren Zeitdimension (nachhaltig = andauernd) durchsetzen. Vor eine nachhaltige Entwicklung haben die Götter das Erlernen eines längerfristigen Denkens gesetzt:


Übersicht

Kommt der Klimawandel?

Wie ist Nachhaltigkeit zu verstehen?

Wer ist für Nachhaltigkeit verantwortlich?

Was trägt man persönlich zu einer nachhaltigen Entwicklung bei?

Was spricht für und gegen einen nachhaltigen Lebensstil?

Gibt es nachhaltige Unternehmen?

Gibt es genügend Informationen über Nachhaltigkeit?

Was hält man von LOHAS und LOVOS?