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Nachhaltige LebensQualität (März 2009)

1.3. Aussagen rund um Lebensqualität

Lebensqualität lässt sich bekanntlich nicht definieren, nur umschreiben, und einige solcher Umschreibungen wurden vor fünf Jahren und jetzt auf ihre Zustimmungstauglichkeit getestet. Beim in den nächsten beiden Grafiken dargstellten Zeitvergleich fällt die hohe Konstanz der Auffassungen rund um Lebensqualität auf. Alle Veränderungen bewegen sich im minimalen Zufallsbereich, das heisst, wir können von weitgehend konstanten Auffassungen ausgehen. Einzig die Meinung, Lebensqualität sei dauerhafte Wellness, findet deutlich noch weniger Zustimmung als damals.

Sonst aber finden wir vor fünf Jahren wie heute eine hohe Zustimmung zu diesen Aspekten von Lebensqualität:

-       Lebensqualität bedeutet Zufriedenheit – und umgekehrt.

-       Für Lebensqualität gibt es keine allgemeingültigen Bedeutungsgehalte, nur individuelle.

-       Lebensqualität bedeutet ganz allgemein den Vorrang von Qualität vor Quantität.

-       Lebensqualität ist tatsächlich der beste Leit-Wert, das heisst Richtschnur bei der eigenen Lebensgestaltung.

-       Damit ist Lebensqualität auch Sinn und Ziel der höchsten Form von Lebensgestaltung, also von Lebenskunst.

-       Luxus besteht nicht länger aus materiellen Gütern, sondern aus Lebensqualität.

-       Lebensqualität ist kein Ego-Trip, ohne die anderen gibt es keine Lebensqualität.

Tendenziell gewachsen ist die Zustimmung zur Koppelung von Lebensqualität und Reife. (siehe dazu auch Kapitel 1.6.)


Gar drei Punkte für einen Zeitreihenvergleich stehen uns bei der Frage zur Verfügung, wer oder was für die eigene Lebensqualität verantwortlich sei, die Aussenwelt oder man selbst. Dabei gibt es zwei Erkenntnisse: Nach wie vor dominiert das Prinzip Eigenverantwortung in Sachen Lebensqualität. Rund zwei Drittel sehen nach wie vor sich selbst dafür mehr oder weniger mehrheitlich zuständig, und nur eine kleine Minderheit glaubt, für die eigene Lebensqualität sei mehrheitlich die Aussenwelt verantwortlich.

Andererseits ist eine deutliche Tendenz feststellbar, wonach das Prinzip Eigenverantwortung etwas zurückgefahren wird. Man fühlt sich zwar immer noch mehrheitlich selbst zuständig, doch man gesteht der Aussenwelt einen etwas grösseren Einfluss auf die eigene Lebensqualität zu als auch schon. Mag sein, dass die Erfahrungen der Wirtschaftskrise da einen etwas allzu hochmütigen Glauben an die eigenen Gestaltungskräfte leicht gedämpft haben. Was nichts daran ändert, dass Lebensqualität nach wie vor mehrheitlich Do-it-yourself ist.

Es wird interessant sein, die weitere Entwicklung dieser Balance zu verfolgen...


I N H A L T

Einleitung: Unterwegs in Richtung Nachhaltige Lebensqualität                            

1. Lebensqualitäts-Grundlagen 

1.1. Die Entwicklung des Lebensqualitäts-Index

1.2. Leit-Wert Lebensqualität

1.3. Aussagen rund um Lebensqualität

1.4. Die Dreier-Formel von Lebensqualität

1.5. Lebensqualitäts-Sphären: Bedeutung und Zufriedenheit

1.6. Lebensqualitäts-Profile und was man mit ihnen machen kann

1.7. Lebensqualität und Lebensstandard

2. Die Lebensqualitäts-Sphäre Nachhaltigkeit                                                           

2.1. Nachhaltige Werte

2.2. Verständnis von Nachhaltigkeit

2.3. Konsum für eine bessere Welt

2.4. Strategische Konsumenten und LOHAS                                                             

3. Die Studie