Nachhaltige LebensQualität (März 2009)
1.4. Die Dreier-Formel von Lebensqualität
Es gibt über Lebensqualität leider nicht allzu viel
Erhellendes zu lesen. Umso mehr habe ich mich über eine Formel des finnischen
Soziologen Erik Allardt gefreut, die griffig lautet: Lebensqualität setzt
sich zusammen aus having (Haben), loving (Lieben) und being (Sein). Und ich wollte natürlich sofort wissen, was
SensoNet davon hält. Ohne weitere Definitionen oder Erklärungen der drei
Hautkomponenten von Lebensqualität.
Wie die folgende Grafik zeigt, geniessen Lieben und
Sein eine ausserordentlich hohe Wertschätzung, das heisst, sie sind tatsächlich
wichtige Elemente von Lebensqualität. Deutlich tiefer eingestuft wird dagegen
die Bedeutung des Elements Haben. Wohlverstanden: Auch Haben ist keineswegs
unwichtig, nur einfach weniger wichtig als Lieben und Sein.
Fragt man dann nach der Zufriedenheit in diesen drei
„Sphären“ (wieder gemessen an den eigenen Idealvorstellungen), ergibt sich
dagegen kaum noch ein Unterschied: Alle drei liegen beim bereits in Kapitel
1.1. festgestellten „magischen“ Wert von 7.5 auf der Zehner-Skala. Wir werden
diesem Phänomen auch im nächsten Kapitel noch einmal begegnen.
Manche Leute zweifeln ja an der Möglichkeit,
subjektive Präferenzen einfach durch Abfragen der Bedeutung jedes Elements
erfassen zu können. Weil die meisten Menschen am liebsten alles hätten, würden
sie einfach auch überall eine hohe Bedeutung angeben. Und weil aber nicht immer
alles zu haben sei, sondern man sich immer wieder zwischen zwei attraktiven
Alternativen entscheiden müsse, sollte man auch diese Konfliktsituationen
simulieren. Haben wir getan, und für alle drei möglichen Paarbildungen gefragt,
wie es dann um die relative Bedeutung stünde. Das ergab keinen zusätzlichen
Informationsgewinn. Wie zu erwarten, halten sich Liebe und Sein exakt die
Balance, und bei der Gegenüberstellung von Lieben und Haben bzw. Sein und Haben
„gewinnen“ erstere jeweils mit einem Punktwert von eins auf einer Dreierskala.
Was bestätigt, dass Lieben und Sein gleichgewichtig sind und etwas wichtiger
als Haben, wobei auch auf dieses nicht ganz verzichtet werden kann.
Die Dreier-Formel mit den grossen
Lebensqualitäts-Sphären Haben, Lieben und Sein mag zwar zu manch nützlichem
Gedanken anregen, ist aber insgesamt doch noch zu abstrakt, um wirklich
brauchbare Erkenntnisgewinne zu bringen.
