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Nachhaltige LebensQualität (März 2009)

1.6. Lebensqualitäts-Profile und was man mit ihnen machen kann

Bereits im letzten Kapitel wurden die Antworten auf die Frage, welche Bedeutung die einzelnen Sphären für die generelle Lebensqualität haben, in Form eines Profils mit sechzehn Polen dargestellt. Dieses Lebensqualitäts-Profil nun lässt sich für verschiedene Zwecke nutzen, die hier nur beispielhaft dargestellt werden können.

Zunächst lässt sich, wie in der nächsten Grafik (Einzelprofil vs. Durchschnitt) gezeigt, ein Vergleich zwischen den Durchschnittswerten und den eigenen, persönlichen Werten vorstellen, was Antworten auf die Frage gibt, wo man sich im Durchschnittsfeld bewegt und wo man deutlich davon abweicht. Im vorliegenden Beispiel können Sie diesen Vergleich für mein eigenes Profil vornehmen, was für Sie nur von bedingtem Interesse ist. Spannender wird es, wenn Sie Ihr eigenes Lebensqualitäts-Profil mit dem Durchschnitt vergleichen. Oder mit dem Einzelprofil eines Ihnen nahe stehenden Menschen. Beides kann durchaus zur Selbsterkenntnis beitragen...


Mit demselben Ansatz kann man natürlich auch die Lebensqualitäts-Profile verschiedener gesellschaftlicher Gruppen vergleichen. In unserem Beispiel (Lebensqualitäts-Profile im Altersvergleich) tun wir das mit den beiden Altersgruppen unter und über 50. Dabei zeigen sich doch beträchtliche Unterschiede bei einzelnen Sphären: Während Lebensfreude für die Jüngeren wichtiger ist als für die Älteren (immer relativ gesehen!), empfinden die Älteren für ihre Lebensqualität die Sphären Offenheit, Echtheit, Sinn, Reifung und Lebenskunst bedeutsamer als die Jüngeren.

In der dritten Grafik drehen wir den Spiess um und unterscheiden gleichsam nach der Wirkung: Gibt es Differenzen zwischen den Lebensqualitäts-Profilen der sehr Zufriedenen (Lebensqualitäts-Index über 80) und der weniger Zufriedenen? Die gibt es: Den sehr Zufriedenen sind viele Sphären deutlich wichtiger als den weniger Zufriedenen. Könnte es sein, dass diese Menschen tatsächlich mehr in diese Lebensqualitäts-Sphären investieren, weil sie ihnen wichtiger sind? Und könnte es sein, dass diese Mehrinvestitionen tatsächlich zu einem Zuwachs auf dem Lebensqualitäts-Konto führen? Noch gibt es dafür nur Indizien, aber die Frage ist zu wichtig, um sie nicht zu einem zentralen Thema des Projekts NLQ zu machen.

Wenn wir beiden Profilvergleiche nebeneinander halten, stellen wir fest, dass sich die Abweichungen in den bereits genannten Sphären Offenheit, Echtheit, Reifung, Sinn und Lebenskunst stark ähneln. Diese Sphären werden sowohl von den Älteren als auch von den sehr Zufriedenen bevorzugt. Könnte es also sein, dass sich die beiden Gruppen überschneiden? Sind die Älteren tatsächlich auch jene mit der besonders hohen Lebensqualität? Die Unterschiede beim durchschnittlichen Lebensqualitäts-Index sind gering: 73 bei den unter Fünfzigjährigen, 75 bei 50 plus. Anders sieht es beim Anteil der sehr Zufriedenen (LQ-Index über 80) aus: 28 Prozent bei den Jüngeren, 44 Prozent bei den Älteren! (siehe Grafik). Das bestätigt meine früheren Studienergebnisse: Es gibt so etwas wie reife Lebensqualität, das heisst, zwischen 50 und 80 ist die Lebensqualität am besten. Auch diese frohe Kunde bedarf natürlich weiterer Vertiefungen...


I N H A L T

Einleitung: Unterwegs in Richtung Nachhaltige Lebensqualität                            

1. Lebensqualitäts-Grundlagen 

1.1. Die Entwicklung des Lebensqualitäts-Index

1.2. Leit-Wert Lebensqualität

1.3. Aussagen rund um Lebensqualität

1.4. Die Dreier-Formel von Lebensqualität

1.5. Lebensqualitäts-Sphären: Bedeutung und Zufriedenheit

1.6. Lebensqualitäts-Profile und was man mit ihnen machen kann

1.7. Lebensqualität und Lebensstandard

2. Die Lebensqualitäts-Sphäre Nachhaltigkeit                                                           

2.1. Nachhaltige Werte

2.2. Verständnis von Nachhaltigkeit

2.3. Konsum für eine bessere Welt

2.4. Strategische Konsumenten und LOHAS                                                             

3. Die Studie