Nachhaltige LebensQualität (März 2009)
2.1. Nachhaltige Werte
Wie bereits erwähnt, wurde in der grossen Werte-Studie
vom Herbst 2008, die insgesamt 175 Werte testete, auch ein in sich ziemlich
geschlossenes Set von fünfzehn gesellschaftspolitischen Zielsetzungen
identifiziert, die man als Werte für eine bessere Welt bezeichnen könnte. Es handelte
sich um diese fünfzehn Werte:
Ø dass wir mit den natürlichen Ressourcen (Luft, Wasser
etc.) sorgsam umgehen
Ø dass die Menschenrechte überall gelten
Ø dass alle Menschen sozial abgesichert sind
Ø dass alle Menschen die gleichen Chancen haben, sich zu
entfalten
Ø dass die biologische Artenvielfalt erhalten bleibt
Ø dass möglichst viele Menschen eine möglichst hohe
Lebensqualität haben
Ø dass der Klimawandel gestoppt wird
Ø dass wir auch an das Wohl der nächsten Generation
denken
Ø dass Frau und Mann wirklich gleichberechtigt sind
Ø dass Frieden herrscht
Ø dass es keine Armut mehr gibt
Ø dass die Vielfalt der Kulturen erhalten bleibt
Ø dass unsere natürliche Umwelt intakt bleibt
Ø dass sich die Demokratie überall durchsetzt
Ø dass Gerechtigkeit herrscht
In der vorliegenden Studie nun haben wir nicht wie
letztes Mal danach gefragt, wie wichtig jeder Wert generell sei, sondern nach
seinem Zusammenhang mit der persönlichen Lebensqualität:
Wie sehr hängt Ihre persönliche Lebensqualität von
der Erfüllung der folgenden Voraussetzungen ab? Bitte drücken Sie auch das mit
einer Zahl zwischen 1 (nicht im geringsten) bis 10 (total) aus.
Dieser Zusammenhang ist keineswegs automatisch
gegeben: Man kann z.B. die Armutsbekämpfung für ein wichtiges Ziel halten, ohne
einen Zusammenhang mit der eigenen Lebensqualität herzustellen, nach dem Motto
„Was kümmert es meine Lebensqualität, ob es irgendwo weit weg noch Armut gibt?“
Betrachten wir also zunächst die Antworten auf die neue Frage nach der
Abhängigkeit der eigenen Lebensqualität von der Erfüllung der vorgelegten
fünfzehn Ziele für eine bessere Welt (nächste Grafik).
Die fünfzehn nachhaltigen Werte erreichen im Schnitt
einen Mittelwert von 7.7, wobei die Werte zwischen 6.8 (Demokratie überall) und
8.8 (Frieden) schwanken. Die auf ein paar Schlagworte (Umwelt-Verantwortung
gegenüber nächsten Generationen, soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung,
Menschenrechte) reduzierte generelle Lebensqualitäts-Sphäre Nachhaltigkeit
erzielte einen Wert von 8.2, das heisst, wir bewegen uns auch mit den nachhaltigen
Einzel-Werten in diesen (hohen) Dimensionen.
Auch hier wird Nahbereich wieder durchaus
differenziert. Am wenigsten hängt die eigene Lebensqualität davon ab, dass
überall Demokratie herrscht, oder dass alle Menschen sozial abgesichert sind,
am stärksten davon, dass Frieden herrscht, dass unsere natürliche Umwelt intakt
bleibt, dass Gerechtigkeit herrscht und dass wir auch an das Wohl der nächsten
Generationen denken. Während es bei den ersten drei Spitzenreitern noch einen
denkbaren Zusammenhang zwischen diesen Aspekten einer besseren Welt und der
eigenen Lebensqualität gibt, ist dieser bei der Berücksichtigung künftiger
Generationen nicht mehr herstellbar, denn bis dann sind wir alle tot. Womit
endgültig klar wäre, dass wir es hier tatsächlich mit mehrheitlich bis ganz
altruistischen Werten zu tun haben.
Dass diese nachhaltigen Werte für eine bessere Welt
sehr hoch im Kurs stehen, wissen wir seit der grossen Werte-Befragung: Sie
erreichten damals den sehr hohen Durchschnittswert von 8.8. Fragt man nach der
Bedeutung dieser Werte für die eigene Lebensqualität, liegt dieser
Durchschnittswert rund einen Punkt darunter. Das ist, angesichts der Tatsache,
dass wir hier Differenzierungen im Nahebereich betrachten, einerseits viel.
Andererseits ist es aber auch wenig: Die nachhaltigen Werte sind nämlich nicht
nur generell bedeutsam, sondern auf immer noch hohem Niveau auch für eigene
Lebensqualität. Damit ist endgültig bewiesen, dass Lebensqualität kein Ego-Trip
ist, sondern dass für viele Menschen zur eigenen Lebensqualität auch so etwas
wie eine bessere, eine nachhaltigere Welt gehört – oder jedenfalls der
Einsatz für eine solche.

Wenn wir die beiden Fragen (generelle Bedeutung der
nachhaltigen Werte und Bedeutung für die eigene Lebensqualität) miteinander vergleichen
(nächste Grafik), stellen wir fest, dass wie zu erwarten die Bedeutung
eines Werts für die eigene Lebensqualität überall etwas tiefer liegt als dessen
generelle Bedeutung. Dabei wird durchaus differenziert. Es gibt „entferntere“
Werte wie die Allgemeingültigkeit von Menschenrechten und Demokratie oder die
Abschaffung der Armut, bei denen der Zusammenhang mit der eigenen
Lebensqualität weniger wahrgenommen wird als bei anderen, wo es schon fast eine
Identität beider Antworten gibt, etwa bei der intakten Umwelt oder dem Stopp
des Klimawandels. Hier hängen der Zustand der Welt und die persönliche
Lebensqualität direkt zusammen.

Insgesamt stellen wir fest, dass die von SensoNet
repräsentierten Menschen der Bewusstseins-Elite einen engen Zusammenhang
zwischen der eigenen Lebensqualität und den altruistischen oder idealistischen
Werten herstellen, die wir die nachhaltigen Werte genannt haben. Ihre
persönliche Lebensqualität steht und fällt natürlich nicht direkt mit dem
Zustand der Welt, aber gleichgültig ist ihnen dieser Zustand auch nicht.
Entsprechend wertvoll sind ihnen diese nachhaltigen Werte.