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Nachhaltige LebensQualität (März 2009)

2.3. Konsum für eine bessere Welt

Werte, auch nachhaltige, sind eine brotlose Kunst, wenn sie sich nicht auf das Verhalten der Menschen auswirken. Zum Beispiel auf ihr Konsumverhalten. Nun wird niemand annehmen, solche nachhaltige oder idealistische Werte würden allein das Konsumverhalten bestimmen. Deshalb lautete die entsprechende Frage auch:

Wir gehen davon aus, dass Sie beim Konsum zunächst auf ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis achten. Wie sehr sind Sie daran interessiert, darüber hinaus mit Ihren Konsumentscheidungen auch zu einer besseren Welt beizutragen?

Die Antworten finden sich in der folgenden Grafik. Ein knappes Viertel der Befragten interessiert sich dafür gar nicht oder höchstens ein bisschen, ein rundes Drittel „ziemlich“, und 42 Prozent sagen „stark“ oder gar „sehr stark“. Diese Gruppe derjenigen, für die der Einsatz für eine bessere Welt auch beim Konsum eindeutig ein Anliegen ist, wird uns noch interessieren.

Eine „bessere Welt“ klingt noch reichlich abstrakt. Worum geht es da genau? Wir haben sieben Aspekte abgefragt. Dabei dominiert „keine Kinderarbeit“, knapp gefolgt von Umweltschutz. Klimaschutz, Arbeiterrechte, Frauenrechte sowie Nähe zwischen Produzent und Konsument folgen auf den Plätzen, und nur der „Schutz traditioneller Kulturen“ folgt etwas abgeschlagen. Insgesamt wird beim Konsum also auf eine bunte Palette von Werten geachtet.

Auffällig dabei: Alle Einzelaspekte des Konsums für eine bessere Welt erreichen höhere Wichtigkeits-Punkte als die generelle Frage. Je konkreter also kommuniziert werden kann, welcher Aspekt einer besseren Welt angesprochen wird, desto grösser ist die Resonanz.

Offensichtlich sind alle Aspekte einer besseren Welt, für die man sich beim Konsum einsetzen kann, mindestens ziemlich wichtig, und zwar für alle Befragten (nur gerade die vier Prozent, die sich gar nicht darum kümmern, beim Konsum zu einer besseren Welt beizutragen, waren bereits herausgefiltert). Wie sieht das nun aus, wenn wir jene, denen Konsum für eine bessere Welt ein starkes oder sehr starkes Anliegen ist, mit jenen vergleichen, die sich dafür weniger interessieren? Die dritte Grafik zeigt diesen Vergleich. Die Unterschiede sind beträchtlich. Die stark Interessierten weisen allen Aspekten eine deutlich höhere Bedeutung zu als die weniger Interessierten. Und für sie ist, wie die erste Zeile zeigt, die Lebensqualitäts-Sphäre Nachhaltigkeit ebenfalls bedeutend wichtiger. Wir haben es hier also mit einer Gruppe zu tun, die sehr stark auf nachhaltige Werte anspricht, und die diese Werte auch in ihr Konsumverhalten umsetzen will.


I N H A L T

Einleitung: Unterwegs in Richtung Nachhaltige Lebensqualität                            

1. Lebensqualitäts-Grundlagen 

1.1. Die Entwicklung des Lebensqualitäts-Index

1.2. Leit-Wert Lebensqualität

1.3. Aussagen rund um Lebensqualität

1.4. Die Dreier-Formel von Lebensqualität

1.5. Lebensqualitäts-Sphären: Bedeutung und Zufriedenheit

1.6. Lebensqualitäts-Profile und was man mit ihnen machen kann

1.7. Lebensqualität und Lebensstandard

2. Die Lebensqualitäts-Sphäre Nachhaltigkeit                                                           

2.1. Nachhaltige Werte

2.2. Verständnis von Nachhaltigkeit

2.3. Konsum für eine bessere Welt

2.4. Strategische Konsumenten und LOHAS                                                             

3. Die Studie