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Reife Lebensqualität:

Reife Lebensqualität ist machbar

Bilder: Andreas Giger, Mai 2007, Kreta

Reife Lebensqualität klingt gut, wie das letzte Kapitel gezeigt hat - aber ist diese Kombination aus Reife und Lebensqualität eine realistische Zielsetzung der eigenen Lebensgestaltung und Lebenskunst? Nur zu gut erinnern wir uns an alte bildliche Darstellungen des menschlichen Lebenslaufs, die unmissverständlich klar machten: Ab Fünfzig geht es nur noch abwärts.

Würde dies zutreffen, so wäre es für die Idee der reifen Lebensqualität natürlich fatal: Die Vorstellung, unsere Lebensqualität könnte auch jenseits der Fünfzig noch besser werden, müssten wir dann abschreiben.

Also haben wir differenziert nach der "Höhe" der eigenen Lebensqualität (und deren wichtigster Teilaspekte) in verschiedenen Lebensphasen gefragt. Dabei beruht der eine Teil der Antworten auf gelebter Erfahrung, der andere auf den eigenen Erwartungen - schliesslich haben die wenigsten schon alle abgefragten Lebensphasen selbst erlebt. So kommen natürlich keine exakten Zahlenwerte zustande, wohl aber aufschlussreiche Mischungen aus Erfahrungen und Erwartungen. Beides prägt unser Bild von reifer Lebensqualität.

Hier zunächst die zusammenfassende Frage nach der Entwicklung der generellen Lebensqualität über die Jahre:

Wer gedacht hat, die Lebensqualität sei in jungen Jahren am höchsten und würde sich dann nur noch abwärts entwickeln, sieht sich getäuscht. Stattdessen entwickelt sich die eigene Lebensqualität aufwärts, um im Alter zwischen 50 und 64 ihren Höhepunkt zu ereichen. Auch in der folgenden Lebensphase zwischen 65 und 79 liegt das Niveau noch höher als vor 50! Erst jenseits der 80 sinkt die generelle Lebensqualtät dann deutlich ab.

Mit anderen Worten: Die besten Jahre in Sachen Lebensqualität liegen etwa zwischen 50 und 75. Die Idee von der reifen Lebensqualität ist nicht nur ein lohnendes, sondern auch ein realistisches Lebensziel!


Nun ist, wie an anderer Stelle gezeigt, Lebensqualität ein vieldimensionaler Wert, das heisst, zu Lebensqualität gehört die Realisierung unterschiedlicher Teil-Werte. Für die wichtigsten davon haben wirdieselbe Frage gestellt. Am Anfang stand dabei der Wert körperliche Gesundheit:

Hier, und nur hier, zeigt sich das ursprünglich erwartete Bild mit einem Höhepunkt am Anfang und dann einer kontinuierlichen Abwärtsbewegung. Diese Kurve dürfte, geben wir es zu, realistisch sein. Allerdings könnte sie bei entsprechend gesünderer Lebensführung in Zukunft flacher abfallen als bisher.


Gesundheit ist mehr als körperliche Unversehrtheit. Mindestens eben so wichtig ist das geistig-seelische Wohlbefinden. Und hier sieht die Entwicklungskurve schon wieder ganz anders aus:

Das Bild entspricht weitgehend jenem von der Entwicklung der generellen Lebensqualität: Am höchsten ist das geistig-seelische Wohlbefinden zwischen 50 und 64, fast so hoch zwischen 65 und 79 - und auch jenseits der 80 wird es nicht entscheidend kleiner. Unter diesem Aspekt ist also reife Lebensqualität sehr wohl machbar.


Reife Lebensqualität kommt nicht von allein, es braucht dazu die Kompetenz zu Lebensgestaltung und Lebenskunst. Wie entwickeln sich diese Fähigkeiten im Lauf der Jahre?

Wieder finden wir das mittlerweile wohl vertraute Bild: Lebensgestaltung und Lebenskunst können wir am besten zwischen 50 und 79. Womit wir beste Voraussetzungen zur Realisierung reifer Lebensqualität besitzen.


Für die meisten Menschen ist ein intaktes soziales Umfeld ein entscheidendes Element ihrer Lebensqualität. Wie entwickelt sich dieser Aspekt?

Auch im sozialen Bereich liegt der Höhepunkt nicht etwa in geselligen jungen Jahren, sondern in der langen Lebensphase zwischen 50 und 79. Es wird langsam schon beinahe langweilig...


Gleichsam das Gegenstück zum sozialen Aspekt von Lebensqualität ist der Wert Selbstverwirklichung. Auch hierzu haben wir nachgefragt:

Auch hier nichts Neues: Das Höchstmass an Selbtstverwirklichung erreichen wir zwischen 50 und 79. Und selbst jenseits der 80 liegt das Niveau noch etwas höher als vor 50...


Gerade weil Lebensqualität vieldimensional ist und es also immer auch um widerstrebende Einzelwerte geht, ist die Fähigkeit zu Masshalten und Balance ein zentrales Element unserer Fähigkeit, zu reifer Lebensqualität zu gelangen. Und hier sind nun die Alten definitiv im Vorteil:

Der Höhepunkt liegt hier eindeutig jenseits der Pensionierungsgrenze. In Sachen Masshalten und Balance können wir uns also auf eine fast unbegrenzte Aufwärtstendenz freuen.


Schliesslich und endlich haben wir auch noch nach einem wolkigen, aber wichtigen Element von Lebensqualität erkundigt, nämlich nach der Entwicklung der Fähigkeit zu LebensSinn. Diese Kompetenz von Lebenskunst wird zunehmend wichtiger, weil Orientierung, Identität und Sinn als menschliche Ressourcen immer knapper und damit auch immer wertvoller werden.

Und ein letztes Mal sehen wir die mittlerweile vertraute Kurve mit ihrem Höhepunkt zwischen 50 und 79 und wenig Rückgang jenseits der 80. Die Fähigkeit, seinem eigenen Leben einen Sinn zu geben, ist damit ein wichtiges Element reifer Lebensqualität.


Die Gesamtbilanz ist eindeutig: Reife Lebensqualität existiert. Und wie. Mit Ausnahme der körperlichen Gesundheit, wo der Höhepunkt in jungen Jahren erreicht ist, zeigen die Entwicklungskurven für generelle Lebensqualität und für all ihre Teilaspekte einen Höhepunkt zwischen 50 und 79. Was in jüngeren Jahren investiert wurde, kann jenseits der 50 geerntet werden. Danach, so um die 80, erfolgt eine deutliche Zäsur, wobei der Rückgang des Niveaus an Lebensqualität zwar unvermeidlich erscheint, aber keineswegs drastisch ausfallen muss.


Zu den anderen Kapiteln:

Übersicht

Der Ruf des älter Werdens wird besser

Reife ist der Kern einer neuen, positiveren Sicht des älter Werdens

Reife ist eine Ressource

Reife Lebensqualität ist ein lohnendes Lebensziel

Reife Lebensqualität ist machbar

Marketing-Resonanz bei reiferen Konsumenten: optimierbar!