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Die Lebensphilosophie des Essenziellen

oder

Die Werte hinter dem Simplify-Trend

Manche Trends werden von der Ökonomie angetrieben (Globalisierung), andere von der Demographie (älter werdende Gesellschaft). Viele jedoch, und zu ihnen zählt zweifelsfrei auch der Simplify-Trend, sind "Werte-getrieben", das heißt, hinter ihnen steckt eine sich verändernde Wertelandschaft. Stärker wird ein Trend in diesem Fall dann, wenn die hinter ihm steckenden Werte höher bewertet werden.

Nun sind Werte wohl ein wertvolles Modell der menschlichen Orientierung und Handlungsmotivation, aber nicht ganz einfach zu erfassen. Im Falle des Simplify-Trends haben wir es mit der Formulierung von neun Thesen einer "Lebensphilosophie des Essenziellen" versucht und damit einen im Überblick über die Geschichte des Trends häufig verwendeten Begriff wieder aufgenommen, nämlich jenen der Lebensphilosophie.

Lebensphilosophie sucht keine Antworten auf abgehobene metaphysische Probleme, sondern versucht ganz einfach, einige Anleitungen für die Kunst eines geglückten Lebens zu liefern. Diese Anleitungen lassen sich in Thesenform formulieren, und mit dem Grad an Zustimmung oder Ablehnung zu diesen Thesen lässt sich die Attraktivität und Überzeugungskraft der getesteten Lebensphilosophie messen.

Gemäß dem Motto "einfach ist gar nicht so einfach" vermuteten wir hinter dem Simplify-Trend keine einfache, eindimensionale Wertestruktur. Vielmehr sind wir von einem Wertestrom ausgegangen, der sich aus unterschiedlichen Quellen nährt und damit ein komplexes und mehrdimensionales Muster bildet. Deshalb wurden die unterschiedlichen Wertequellen des Simplify-Trends in insgesamt neun Thesen umgesetzt.

Die Ergebnisse der SensoNet-Umfrage bestätigen diese Hypothese eindrücklich: Alle Thesen erfuhren hohe Zustimmungsraten zwischen 6.8 und 8.5 auf einer Zehnerskala bei einer durchschnittlichen Zustimmungsrate von 7.9. Das bedeutet: Der Simplify-Trend nährt sich nicht nur aus ein oder zwei dominanten Wertequellen, sondern ziemlich gleichmäßig aus einer ganzen Reihe solcher Quellen.


Der Reihe nach. Wörtlich lautete die Fragestellung wie folgt:

Ganz unabhängig von der Wahrnehmung seiner Stärke steckt hinter dem Trend zur neuen Einfachheit eine bestimmte Lebensphilosophie - die Lebensphilosophie des Essenziellen. Nachstehend finden Sie deren wichtigste Elemente in Form von neun Thesen. Bitte äussern Sie zu jeder These den Grad Ihres Einverständnisses in Form einer Zahl zwischen 1 und 10: 1 würde heissen, dass Sie absolut nicht einverstanden sind, 10 bedeutet, Sie sind ganz und gar einverstanden, und die Zahlen dazwischen dienen zur Abstufung Ihres Urteils.

In der folgenden Darstellung konzentrieren wir uns auf jeweiligen Mittelwerte aller Antworten. Sie sind in diesem Falle, wo überall hohe Zustimmung anzutreffen sind, aussagekräftig genug.

Einem möglichen Einwand gegen die Bedeutung der im Folgenden dargestellten Einzelergebnisse mit ihrem hohen Zustimmungsgrad zu allen neun Thesen sei hier gleich begegnet: Die hohe Zustimmung liegt nicht daran, dass sich an der Umfrage auch viele Menschen beteiligt haben, die auf der Homepage von "Simplify your life" verkehren.

Natürlich könnte man vermuten, diese Fans des Simplify-Trends hätten ihn gleichsam zum Sieg geschrien. Dem ist aber nicht so. Weil dieser Teil der Antwortenden erst in einer zweiten Phase der Umfrage dazu kam, können wir die Antworten des "klassischen SensoNet" mit jenen aller Beteiligten vergleichen. (Mit "klassischem SensoNet" sind die Verbliebenen des ursprünglichen SensoNet sowie jene gemeint, die über die Homepage und die Adressdatei des Zukunftsinstituts zur Umfrage kamen und somit einen in keiner Weise gefärbten Standpunkt zum Thema Simplify-Trend einnehmen.) Ergebnis des Vergleichs: Die Abweichung beträgt im Schnitt 0.12 Punkte und ist damit zu vernachläßigen.

Wir können somit davon ausgehen, dass wir die Wertelandschaft hinter dem Simplify-Trend so sehen, wie sie im generellen kollektiven Bewusstsein verankert ist. Und so sieht diese Wertelandschaft im Einzelnen aus:


These 1:

Überfluss schafft Überdruss

Materieller Überfluss macht nicht glücklich, sondern treibt die Qual der Wahl auf unerträgliche Höhen: Zwei Fernsehprogramme sind zu wenig, 50 sind zu viel !

Zustimmung: 7.7

Der Volksmund weiß es bereits: Allzu viel ist ungesund ! Zunächst finden wir hier ein Phänomen, auf das wir bereits beim historischen Streifzug gestoßen sind: Die Lebensphilosophie des Essenziellen definiert sich zunächst einmal durch Abgrenzung. In diesem Falle durch den Widerstand gegen das Übermaß an materiellen Gütern. Im Wort Übermaß steckt dieselbe Botschaft wie in allen ähnlichen Wörtern (Überfluss, Überdruss, Übermut etc.): zu viel ist ganz einfach zu viel !

Gleichzeitig enthalten all diese Wörter eine weitere Botschaft: Es gibt so etwas wie das richtige Maß. Bis dahin frommt es den Menschen, erst jenseits dieser Grenze wird es schädlich. Schon die alten Griechen wussten, dass die Menschen für das richtige Maß sehr wohl einen Sinn haben. "Pan metron" - alles mit Maß, lautete denn auch eine der zentralen Botschaften ihrer Lebensphilosophie.

Im zur Illustration der These verwendeten Beispiel von der Zahl der zur Verfügung stehenden Fernsehprogramme wird dies schön deutlich: Das richtige Maß liegt irgendwo höher als zwei und tiefer als 50. Die genaue Zahl dürfte individuell verschieden sein, doch steht fest, dass es auch bei den immateriellen Gütern ein Zuviel geben kann.

Vermutlich dürfte kaum jemand von den an der Umfrage Teilnehmenden ernsthaft die vollständige Abschaffung der Multioptions-Gesellschaft (Peter Gross) wünschen. Dass es jedoch auch ein Zuviel an Wahlmöglichkeiten geben kann, zeigt sich hier eindrücklich.

Halten wir fest: Der erste Wert hinter dem Simplify-Trend ist der Sinn für das richtige Maß.


These 2:

Ballast macht unfrei

Wer mit schwerem Gepäck durchs Leben reist, wird unbeweglich: Der oder die Weise trägt alles in sich !

Zustimmung: 7.9

Weil in unseren mobilen und konsumfreudigen Zeiten alle aus eigener Erfahrung Situationen kennen, in denen sperriges Reisegepäck oder schwere Einkaufstüten zur echten Belastung werden, leuchtet die Metapher vom Ballast als Behinderung unmittelbar ein. Und auch ihr Gegenstück: Jede und jeder kennt das Gefühl von Erleichterung, wenn man sich endlich vom Ballast befreit hat.

Auch hier geht es also zunächst um Abwehr, um eine Gegenbewegung. Man will loswerden, was einem - im Wortsinne - bedrückt. Wer zu viel schweres Gepäck durchs Leben schleppt, fühlt sich eingeengt und unfrei, verpufft zu viel Energie, die anderswo fehlt. Das Abschütteln dieses Jochs ist ein Akt der Befreiung aus Fesseln.

Schwere, so die Erfahrung, verträgt sich nicht mit Wohlbefinden und Lebensqualität. Eine gewisse Leichtigkeit des Seins (die nichts mit mangelnder Ernsthaftigkeit zu tun haben muss) gilt als erstrebenswert. Nicht umsonst gehören deshalb "Abwerfen von überflüssigem Ballast" und "Entschlackung" zu den Kernelementen jeder Wellness-Kur.

Wer sein Herz zu sehr an materielle Dinge hängt, verliert seine Freiheit. Auch diese Erkenntnis ist uraltes Kulturgut. Ballast kann aber auch aus immateriellen Dingen wie Gewohnheiten oder Denkmustern bestehen, welche ebenfalls die eigene Freiheit unnötig einschränken.

Ballst abwerfen ist ein Akt der Befreiung. Der zweite Wert hinter dem Simplify-Trend heißt demnach Freiheit.


These 3:

"More and more" ist eine Sackgasse

Mehr vom Gleichen ist keineswegs immer besser. Das Maximum ist nicht das Optimum, weniger ist oft mehr: Reduce to the Max !

Zustimmung: 8.5

Der Gedanke aus der ersten These taucht hier in gewandelter Form noch einmal auf: Es gibt ein richtiges Maß, das zu überschreiten schädlich ist. Genau in diese Sackgasse aber manövriert eine Grundüberzeugung unserer Kultur, die, bisher wenig hinterfragt, in allen Lebensbereichen Verhalten steuernd war: "More of the same is better".

Diese Devise bestimmte bislang nicht nur unser Konsumverhalten, sondern auch unsere Problemlösungsstrategien. Brachte eine Maßnahme nicht den gewünschten Erfolg, verstärkte man einfach den Druck (more of the same).

Der Misserfolg dieser Strategie ist allenthalben greifbar. Und auf der Konsumebene hat schon die Zustimmung zur These "Überfluss schafft Überdruss" gezeigt, dass die Faszination von "more and more" am Verlöschen ist. Dass diese Devise eine Sackgasse sei, findet die höchste Zustimmungsrate aller Thesen.

Neu ist diese Einsicht nicht, wie auch hier der Volksmund belegt: "Weniger ist oft mehr." Verschwunden allerdings war sie eine ganze Weile, um jetzt umso machtvoller zurück zu kehren.

Nicht ganz unerheblich dürfte dafür der zur Einführung des SMART kreierte geniale Slogan "Reduce to the Max !" sein. Um das Beste zu erreichen, braucht es Reduktion.

Noch einmal definiert sich hier der Simplify-Trend in der Abgrenzung, und zwar in diesem Fall zu einem fundamentalen Denkfehler. Wir könnten somit den dritten Wert hinter dem Simplify-Trend als Wahrheit bezeichnen.


These 4:

Einfachheit ist ein Naturgesetz

Alle komplexen Naturphänomene sind Kombinationen aus einfachen Elementen, also auch wir und unser Tun und Lassen.

Zustimmung: 6.8

Eine Lebensphilosophie braucht ein ebenso stringentes wie kongurentes Weltbild, auf dass sie sich abstützen kann, wenn sie im Biotop der Meme erfolgreich überleben will. Einfacher formuliert: Eine Lebensphilosophie wie jene des Essenziellen braucht ein überzeugendes Bild der Welt, das mit ihren Grundannahmen übereinstimmt, wenn sie sich durchsetzen will.

Im bisher dominierenden Bild von der Suche nach dem, was die Welt im Innersten zusammenhält, geht es um hochkomplexe Theorien und Methoden wie etwa die kilometerlangen Röhren der Teilchenbeschleuniger und - zetrümmerer. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich jedoch ein ganz anderer Forschungsansatz etabliert. Er versucht, die komplexe Wirklichkeit als subtiles, sich selbst organisierendes Zusammenspiel von an sich ganz einfachen Elementen und nach ganz einfachen Spielregeln zu erklären.

Vereinfacht gesagt: Viele, viele dummen Ameisen ergeben im Zusammenspiel einen hoch intelligenten Ameisenstaat. Das ist gemeint mit dem Begriff der zellulären Automaten, einer Theorie zur Erklärung der Welt, die gerade Furore macht: Alle Komplexität entsteht aus dem einfachen Zusammenspiel einfacher Elemente.

Dieser Ansatz hat gute Chancen, ins Zentrum unseres Weltbildes zu rücken, denn ganz offensichtlich überzeugt er auf Anhieb. Bedenkt man nämlich, dass man davon in den Bildungs- und Informationsmedien wenig hört, ist die Zustimmungsrate zu dieser These erstaunlich hoch. Sie muss auf Anhieb überzeugt haben.

Der vierte Wert hinter dem Simplify-Trend heißt somit Klarheit.


These 5:

Einfachheit ist Schönheit

Ein mathematischer Beweis ist nur perfekt, wenn er korrekt und schön ist. Schönheit = Eleganz = Einfachheit.

Zustimmung: 6.8

Neben der kognitiven Verankerung in einem überzeugenden Weltbild braucht ein Trend auch eine emotionale. Sie kommt im Falle des Simplify-Trends aus dem Bereich der Ästhetik: Die Reduktion und damit Konzentration auf die Essenz entspricht unserem Schönheitsempfinden und lädt sie damit mit emotionaler Wärme auf.

Nun sind ästhetische Wertungskriterien natürlich individuell höchst verschieden und ebenso wandelbar. Fülle und Üppigkeit werden auf dem Markt der Schönheitsideale also weiterhin Kunden finden.

Das ändert nichts daran, dass die Ästhetik der Einfachheit vor einer Blüteperiode steht. Intensität durch Konzentration wird zum Leitmotiv unseres ästhetischen und emotionalen Erlebens. Verdichtung wird höher bewertet als Zerstreuung. Die fließende Eleganz der einfach geschwungenen Linie wird zum ästhetischen Leitwert.

Das alles geschieht vor dem Hintergrund einer zunehmenden Ästhetisierung unserer Lebenswelten. Ästhetische Werte erobern sich ihren Platz nicht nur in unserer visuellen Umwelt, sie beeinflussen zunehmend auch unsere Denkwelten. Verquaste und überladene Denkgebäude verlieren ihren Glanz. Im Aufmerksamkeitswettbewerb sind jene Meme, also Ideen und Gedanken, am erfolgreichsten, die einfach und klar daher kommen. Der Gedanke, dass einfache Gedanken nicht nur schön sind, sondern sehr wohl auch intelligent sein können, setzt sich allmählich durch.

Der fünfte Wert hinter dem Simplify-Trend ist Schönheit.


These 6:

Einfachheit ist Weisheit

Die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind die einfachsten - und zugleich die schwierigsten. An dieser Herausforderung zu reifen ist Annäherung an Weisheit.

Zustimmung: 8.4

Die zweithöchste Zustimmungsrate zu einer These, in welcher der weitgehend aus der Mode gekommene Begriff der Weisheit auftaucht, erstaunt. Wenn auch nur auf den ersten Blick. Denn die These beschreibt jene Einsicht, die wir auch schon hatten: einfach ist gar nicht so einfach. Einfachheit ist auch eine Frage der Intelligenz, und zwar weniger der angeborenen als vielmehr der durch Erfahrung erworbenen.

Die Akkumulation von Erfahrungswissen durch gelebtes Leben bedeutet einen Reifungsprozess. Und am (ideal gedachten) Ende eines Reifungsprozesses steht traditionell so etwas wie Weisheit. Ein Wissen also, das nicht nur gewusst was und wie mit einschließt, sondern auch ein Wissen um das warum und wozu.

Teil dieses Reifungsprozesses hin zur Weisheit ist ein vertieftes Gespür darum, was wirklich wichtig ist im Leben: Liebe. Freundschaft. Gelassenheit. Zufriedenheit. Die einfachen Dinge eben. Die gar nicht so einfach sind. Sondern nur gepflegt werden können, mit wachsendem Wissen, das aus stetigem Weiterlernen entsteht.

Die Verbindung mit dem sechsten Wert, Weisheit, gibt dem Simplify-Trend zusätzlichen Schub. Denn Weisheit hat alle Chancen, zum Leitwert Nummer eins zu werden.


These 7:

Das Essenzielle braucht Raum

Die essenziellen Dinge im Leben erschliessen sich nur denjenigen, die ihnen genügend Raum und Muße zur Entfaltung geben.

Zustimmung: 8.2

Bei dieser These handelt es sich um die Essenz der Gebrauchsanweisung zum einfach Sein. Zwei Dinge sind dabei wichtig:

  • genügend Raum, also Befreiung von einengenden Fesseln
  • genügend Muße, also eine entspannte Bewegung im Fluss der Zeit

Die räumliche Komponente ist offenkundig: Das Essenzielle geht in beengten und erstickenden Verhältnissen ein. Kein Wunder also, dass Ausmisten und Entrümpelung im Zuge eines Simplifying-Prozesses ganz wörtlich genommen meist zuerst kommen. Hier ist der Bezug zu den Thesen 1 (Überfluss) und 2 (Ballast) naheliegend.

Die Forderung nach mehr Raum für das Essenzielle betrifft aber auch die Innenwelt. Unaufgeräumte Gefühlshaushalte und einengende Überzeugungen von richtig und falsch behindern das Essenzielle an seiner Entfaltung.

Muße ist eine andere Bezeichnung für Inseln der Ruhe im reißenden Zeitstrom. Aus früheren SensoNet-Studien wissen wir, dass weit herum der Eindruck herrscht, das Lebenstempo hätte tatsächlich deutlich zugenommen. Das verursacht einer Mehrheit keine Probleme, so lange sie genügend solcher Auszeiten der Muße und Ruhe hat. Die temporäre Entschleunigung schafft für diese Menschen genügend Raum in der Zeitdimension.

Allerdings kann die Diskrepanz zwischen dem normalen Lebenstempo und den Mußestunden zu groß werden, was nur durch generelle Entschleunigungstendenzen aufgefangen werden kann. Solche werden wir deshalb in Zukunft verstärkt beobachten können.

Der siebte Wert hinter dem Simplify-Trend heißt Entspannung.


These 8:

Einfachheit schafft Lebensqualität

Die Reduktion auf das Wesentliche vermindert Abhängigkeiten und Stress und erhöht so die Lebensqualität.

Zustimmung: 8.4

Lebensqualität ist gleichsam die perpetuierte Form von Wellness, Wellness auf gleich bleibend hohem Niveau. Das schließt Schwankungen selbstverständlich nicht aus und meint auch nicht permanentes Glückshoch, sondern einen Stimmungsdurchschnitt von gelassener Zufriedenheit.

Die größte Bedrohung für diese dauerhafte Wellness ist Stress. Stress wird wesentlich mit verursacht durch ein Übermaß an Abhängigkeiten, Verpflichtungen, Einengungen, Druck, zwanghaftem Verlangen nach immer mehr. Lauter Faktoren, deren negativer Einfluss durch eine Vereinfachungsstrategie, durch eine Lebensphilosophie des Essenziellen, wirksam reduziert werden kann.

Simplifying kann deshalb ohne weiteres als wirksames Anti-Stress-Programm betrachtet werden. Oder, positiv formuliert, als wirksames Programm zur Erhöhung der eigenen Lebensqualität. Auch dieser Zusammenhang ist offenbar evident, wie die hohe Zustimmungsrate zur entsprechenden These zeigt.

Der achte Wert hinter dem Simplifying-Trend heißt Zufriedenheit.


These 9:

Einfachheit macht Sinn

Nur in der Konzentration auf das Wesentliche wird man fähig, einen oder mehrere Sinne in seinem eigenen Leben zu finden.

Zustimmung: 8.0

Da der Mensch bekanntlich nicht vom Brot alleine lebt, ist ihm immer eine spirituelle Dimension eigen. Die sich allerdings unterschiedlich äußern kann: Während wir bei den klassischen Religionen jenes Mehr zwischen Himmel und Erde, von dem wir laut Goethe keine Ahnung haben, außerhalb von uns suchen (bei Gott o.ä.), hat sich in der modernen Spiritualität die Richtung der Suche mehr und mehr nach innen verlagert. Die spirituelle Suche unserer Tage (und noch mehr der künftigen) ist die Suche nach dem Sinn - oder besser den Sinnen - in unserem eigenen Leben.

Auf welchen spirituellen Pfaden unsere Vorfahren auch immer gewandert sind, eine Erfahrung haben sie immer gemacht: Das Wandeln auf diesen Pfaden ist äußerst anfällig auf Störungen durch Ablenkungen. Verlockungen und Verpflichtungen, die aus einem Zuviel aller Art erwachsen, bringen einem leicht vom richtigen Pfad ab. Und ebenso störend ist ein zu hohes Tempo, das einem leicht straucheln lässt.

Nur Vereinfachung im Sinne von Konzentration auf das Wesentliche erlaubt ein ebenso souveränes wie gelassenes Wandeln auf den inneren Entdeckungspfaden. Und nur in dieser Geisteshaltung lässt sich so etwas wie Lebenssinn erschließen. Auch dieser Zusammenhang ist offenkundig evident.

Der neunte Wert hinter dem Simplify-Trend heißt also Lebenssinn.


 

Der detaillierte Überblick über die einzelnen Wertedimensionen hinter dem Simplify-Trend hat gezeigt, dass (mindestens) neun Werte weitgehend gleichgewichtig maßgeblich sind. Es sind dies, in der Reihenfolge des Zustimmungsgrades zur entsprechenden These:

 

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