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Die grosse Wertestudie 2008 (09)
9. Identitäten und Lebensgefühle
Unsere Werte sind ein wesentlicher Teil unserer Identität. Was gehört
sonst noch dazu? Welche Identität oder Identitäten gehören zu unserem
Selbstbild? Um das herauszufinden, haben wir 19 mögliche Identitäten formuliert
und gefragt, wie sehr man sich so oder als as empfinde – mit der schon
bekannten Skala von 0 bis 10. Die Ergebnisse sind in den folgenden zwei
Graphiken zu finden:
Die Antworten sprechen für sich: Es ist offensichtlich normal geworden,
verschieden Identitäten zugleich zu pflegen, manche mehr, andere weniger.
Auffällig ist hingegen schon, dass die Identitäten „wissen Wollende(r)“ und
„Beobachter(in) meiner selbst und der Welt“ zuoberst rangieren.
Die geographischen Identitäten dagegen sind erst im hinteren Teil der
Rangliste zu finden, und dabei sind lokale und regionale Identitäten deutlich
unwichtiger als jene des Landes oder Kontinents. Noch lieber allerdings fühlt
man sich gleich als Teil der Welt, des Universums oder der Natur.
Als Spielball des Schicksals fühlt man sich zwar auch ein bisschen, doch
überwiegt die Identität des autonomen Gestalters des eigenen Lebens und als
Mitgestalter der eigenen Welt bei weitem.
Auch bei dieser Frage wurde zwecks Komplexitäts-Reduktion eine
Faktorenanalyse durchgeführt. Sie ergab folgende Dimensionen:
- Geographische Identität (Teil von Gemeinde/Stadt, Region, Land)
- Selbst-Identität (Mitgestalter der Welt, wissen Wollender, Beobachter
seiner selbst und der Welt, autonomer Lebensgestalter)
- Universale Identität (Teil von Natur und Universum, Geschöpf der
Evolution)
- Familien-Identität (Teil eines Paars und einer Familie)
- Globale Identität (Europäer, Weltbürger)
- Religiöse Identität (Spielball des Schicksals, Geschöpf Gottes)
Bei der Beziehung dieser Identitäts-Dimensionen untereinander zeigen
sich die selben Phänomene wie bei den Werten: Sie korrelieren alle positiv, das
heisst, sie treten gehäuft gemeinsam auf, und es gibt so etwas wie eine
Hyperdimension „mehr oder weniger Identität(en)“. Und auch hier gilt: Frauen
haben höhere generelle Identitäts-Werte als Männer, solche mit Berufslehre mehr
als solche mit Studium.
Und schliesslich gilt: Die generellen Bedeutungen von Werten und
Identitäten korrelieren ebenfalls positiv miteinander, das heisst, wer Werte
hoch schätzt, schätzt auch Identität hoch – und umgekehrt.
I N H A L T :
1. Die Studie
2. Bedeutung von Werten generell
3. Acht Leit-Werte
4. Werte als persönliche Lebensziele
5. Werte als geschätzte Persönlichkeits-Eigenschaften
6. Werte als gesellschaftliche Ziele
7. Komplexitäts-Reduktion
8. Von Geld zu Geist
9. Identität und Lebensgefühl
10. Optimismus und Lebensqualität
11. Konzentrat und Aussichten
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